Latex Tipps Maskenbau

Arbeiten mit Latex

Für den Anfänger ist es sicher nicht leicht, sich einen Überblick
über die verschiedenen Materialien, Angebote und Möglichkeiten der
Anwendung zu verschaffen.

Hier ein paar Grundlagen:

Vorteile des Latex:

+ Naturprodukt
+ relativ Preiswert
+ Anwendung relativ unkompliziert
+ vielseitig Anwendbar (Negativform, Positivform,
freies Auftragen auch auf der Haut, als Klebstoff…)
+ sehr flexibel und dehnbar

Nachteile des Latex:

– nicht UV-Stabil (zersetzt sich biologisch)
– langer Trocknungsprozess bei dicken Schichten
– empfindlich gegen Fette und Öle (außer Rizinus)
– stechender Ammoniakgeruch des flüssigen Latex

Unterschied Streichen – Tauchen – Gießen:

Vorvulkanisierter Latex koaguliert (bildet Haut, wird gelartig)
durch Verdunstung der Lösemittel Wasser und Ammoniak
und/oder durch die chemische Reaktion mit Kalzium Ionen
auf einer Gipsoberfläche oder in einer Gipsform.

Streichen
zum Streichen verwendet man vorzugsweise eingedickte Latexmilch.
Diese fließt nicht so dehr von der Form. Dieses Verfahren wird
vorwiegend zur Herstellung von Negativformen verwendet,
welche später ausgegossen werden. 

Tauchen
kann man fast jedes Material, welches eine glatte Oberfläche hat
oder versiegelt wurde. (Glas, Porzellan, Wachs, Plastilin,
mit Acryllack versiegelte andere Gegenstände)

Hierbei bleibt nur ein dünner Film Latex, der jeweils einzeln trocknen muß.
Aufpassen muß man, daß keine Luftblasen eingeschlossen werden;
diese geben später Löcher in der Latexhaut. Beim Tauchen sind viele
Tauchvorgänge durchzuführen, um viele Schichten zu erhalten.
(Für ca 1mm Latexhaut ca. 6-7 Schichten)

Gießen
Gegossen wird Latex in eine nicht imprägnierte Gipsform.
Diese kann einteilig sein, wenn die Öffnung groß genug ist,
um das fertige Gußteil herauszuholen. Ansonsten ist die Form mindestens
zweiteilig. Um eine gute Oberfläche des Gießteils zu bekommen,
kann man erst eine Schicht Latex einstreichen und dann ausgießen.
Die Form wird komplett mit Latexmilch gefüllt. Durch die Kalzium
Ionen angeregt bildet sich eine Latexhaut am Gips. Das geht zuerst
sehr schnell, auch deswegen, weil trockener Gips Wasser aufsaugt.
Je länger man die Latexmilch in der Form läßt, desto dicker wird die Haut.
Allerdings wird sie immer langsamer dicker.
Daher muß man Erfahrungen sammeln und die Zeit stoppen.
Dann eiß man, wie lange man das flüssig Latex stehen läßt,
und wie dick dann die fertige Latexhaut sein wird.

Beschichten
Alle saugfähigen Materialien lassen sich mit Latex beschichten.
Textilien werden somit wasserdicht.

Schaumgummi bekommt eine schöne glatte Oberfläche. (LARP – Waffen)

Verarbeitungstipps:

Pinsel:

  1. Billige Pinsel verwenden, sie sollten aber nicht „haaren“.
  2. Ich nehme gerne Borstenpinsel und behandle sie so:
    – Pinsel in Wasser waschen und auf einem Stück Seife einschäumen
    – Schaum auf Kleenex abwischen
    – Latex streichen
    – Pinsel nicht trocken werden lassen, ins flüssige Latex stellen
    – Pinsel sofort mit Seife und Wasser auswaschen und mit Kamm auskämmen